Chefsachen und Hundsfragen

Da gibt es eine Kundin, die einen Hund hat. Dieser Hund ist ein armes Wesen, wird er doch jeden Samstag vor der Bibliothek angebunden und kläfft sich dann die Seele aus dem Leib. Andere Kunden trauen sich an dem Kläffer kaum vorbei, das Frauchen aber verschwindet regelmäßig für mindestens eine Stunde im Bibliotheksgebäude, um im Internet zu surfen. Das Verlassenheitssyndrom ihres Hundes berührt sie anscheinend nicht besonders.

Nun beschäftigen sich bereits Arbeitsgruppen des Hauses mit dem Problem-Hund, erwähnte die Dame doch, sie könne ihn nicht zu Hause lassen, da er dort auch laut bellen würde und der Vermieter ihr schon angedroht habe, ihr deswegen zu kündigen.

Was macht man, wenn man nicht weiter weiß? Man geht zur Bibliotheksdirektorin und erbittet einen Lösungsvorschlag! Immerhin hatte die doch selbst schon mal einen verhaltensgestörten Hund!

Ab nächsten Samstag wird Ruhe einkehren: Die Direktorin hat Hundefutter besorgt und einen Trog dazu mitgebracht. Das Futter steht an der Ausleihtheke, und wenn der Hund zu bellen beginnt, bekommt er drei Löffel Chappi. Wer frisst, bellt nicht, oder? 😉

5 Gedanken zu „Chefsachen und Hundsfragen

  1. Schon mal von „positiver Konditionierung“ gehört? Wenn der Hund erst einmal heraus hat, dass es fürs Bellen zur Belohnung Chappi gibt, wird er noch motivierter sein zu bellen.

  2. Jaja, das ist wohl richtig! Das Frauchen wird am Ende aber feststellen müssen, dass Bibliotheksbesuche ihren Hund immer dicker werden lassen. Das wird das Frauchen nicht wollen und der verlassene Hund wird die neue Konditionierung zu Hause ausleben und den Vermieter anbellen…

  3. Hey, erkennt niemand außer mir das Problem? Der Hund ist höchstwahrscheinlich hochbegabt (ist heutzutage doch jeder) und benötigt Input! Lies ihm was vor! „Marley und Ich“ könnte geeignet sein, aber die Bibliotheksdirektorin hat natürlich noch bessere Vorschläge.

    Nicht vergessen: für das Spektakel müssen noch Flyer gedruckt werden!

  4. Die Idee, dem Hundchen (wie die Direktorin jetzt herausbekam, handelt es sich um einen Dackel) etwas vorzulesen, ist geradezu genial! Ich werde mir ein Höckerchen schnappen und ab sofort samstags Hundevorlesestunden mit Chappi im Eingangsbereich anbieten. Das erste Buch ist schon ausgesucht: Es heißt „Die Hunde im Schatten des Mandelbaums“ und ist von Henky Hentschel. Ein Hund namens „Gelbfurz“ kommt drin vor… 😉

  5. da tun sich ja ganz neue Zielgruppen für Lesungen auf … solange nicht alles für die Katz ist …

Kommentare sind geschlossen.