Wahre Zuneigung

Pubertierende Jungs kommen gerne in die Bibliothek! Ja, man hat fast den Eindruck, dass sie ihre schwierigsten Lebensjahre komplett und mit Vorliebe in unserem Hause verbringen. Sie kommen in kleinen Gangs, kloppen sich gerne mal eine rein, werfen mit Möbelstücken herum oder bauen Kunststücke daraus, die bei der dokumenta glatt prämiert werden würden. Im Internet tummeln sie sich stundenlang – ein Beweis dafür, dass sie mal wieder mit einer geklauten Bibliothekskarte unterwegs sind.

Zwei Jahre später sind diese Jungs wie ausgewechselt: Die Pöbelei ist vorbei und die meisten sind zu höflichen und wirklich netten jungen Männern herangewachsen, die freundlich grüßen und in ganzen Sätzen sprechen können.

Und die Mädchen? Die sind ganz anders!

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Dienstliche Keksverweisungen

Ach, was war das damals doch so schön, als wir noch unsere Zettelkataloge in den hübschen Schubladen hatten, die nach den Regeln der PI (= Preußischen Instruktionen) geführt wurden! Wir wussten, was ein ‚Substantivum regens‘ ist und setzten das Komma punktgenau in oder außerhalb der eckigen Ermittlungsklammern . Ich erinnere mich an den legendären Satz meines PI-Lehrers, der voller Inbrunst behauptete: ‚Da strahlt der Punkt die Klammer durch!‘ 😉

Tagelang haben wir darüber diskutiert! Es gelang uns nicht, diese Aussage zum mystischen Katalogisieren zu falsifizieren!

Und heute? Nachdem wir erst den systematischen Katalog unter Tränen weggeworfen hatten, flogen die anderen Kataloge auch bald in den Müll. Sie wurden von Datenbanken mit profaner Volltextsuche abgelöst, denen nur noch Tipp- und Rechtschreibfuhler etwas anhaben können.

Und was sehe ich im Vorratsschrank? Einen klassischen Verweisungszettel! Welche Freude! …

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Verfügbarkeitsquote

Bibliothekskundinnen und -kunden verfügen über Bibliotheksdirektorinnen, wann immer sie ihrer habhaft werden können. Das ist immer liebevoll, anerkennend und freudig gemeint.

In der Stadt– die Direkorin ist gerade schwer bepackt mit einer Gießkanne und diversen Bilderrahmen für Bibliotheksaushänge– geht es meistens mit den Worten los:

„Ach! Wo ich Sie grad sehe …“

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